Still-Leben A 40 Ruhrschnellweg - die längste Tafel der Welt

Es ist vollbracht - bei strahlendem Sonnenschein strömten ca. drei Millionen Besucher auf die A 40 und feierten auf der längsten Partymeile an der längsten Tafel der Welt. Während sich auf der Mobilitätsspur Fahrradfahrer und Inlineskater drängelten, blieb die Fahrspur Richtung Duisburg den Fußgängern vorbehalten. Streckenweise war das Bild der A 40 doch sehr vertraut - die Menschen standen im Stau. Nur dieses Mal stand man nicht mit dem Auto im Stau sondern mit dem Fahrrad und konnte sich mit seinem Staunachbarn nett unterhalten.

Viele nutzten die Standspur für eine kleine Rast oder ruhten sich auf den Grünstreifen aus. Es herrschte eine äußerst angenehme Atmosphäre. Spannung versprach der Wasserflashmob, dessen Ziel bei km 53,5 lag. Bei diesem Wettbewerb ging es darum, einen Liter Ruhrwasser durch Umschütten von einem Becher in den nächsten am schnellsten ins Ziel zu bringen. Es traten auf einer Strecke von einem Kilometer Männer gegen Frauen an. Zunächst sah es so aus, als ob die Männer überlegen gewonnen hätten - doch halt: das "Ruhrwasser" trug im Ziel eine kleine Schaumkrone und roch auch so gar nicht nach Wasser. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.... auf dem Weg zum Ziel hatte sich wohl das ein oder andere kleine Bier mit auf die Reise gemacht. Die Frauen brachten ihr Wasser mit einiger Verspätung ins Ziel, doch es war klar und frisch. Doch wieso waren im Messbecher auf einmal 1100 ml? War man nicht mit exakt einem Liter gestartet? Liefen da etwa die Schweißperlen mit in die Becher? Wer war denn nun der wahre Sieger? Salomonisch erklärte OB Dagmar Mühlenfeld den Ausgang des Wettstreites zu einem klaren Unentschieden. Die Mannschaften hat's gefreut.
Aber auch sonst gab es viel zu entdecken auf der Autobahn. So liefen Pommes als Kopfbedeckung durch die Gegend, ein Neu-Ruhri mußte zugeben, dass er wohl anfangs "hier nicht tot überm Zaun hängen wollte", aber da er nun seine Meinung geändert hatte, machte er seinen Sinneswandel für alle deutlich durch eine symbolische Puppe, die über der Leitplanke hing.
Manch Besucher ließ sich von der Musik inspirieren und legte spontan eine Sohle aufs Parkett bzw. die Autobahn. Kinder konnten sich ebenfalls austoben - ob beim Dosenwerfen, Riesenseifenblasen oder einfach nur beim Spielen auf der sonst verbotenen Autobahn. Auch Fußballfans waren vertreten und feierten ausgelassen. Die Stimmung war einfach super.

Die Veranstaltung war rundum gelungen, die Menschen waren zufrieden und trotz des riesigen Besucherandranges kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Kurzfristig mussten die Zugänge zur Autobahn gesperrt werden, weil es kein Durchkommen mehr gab - aber Stillstand auf der Autobahn kennt der Ruhri ja.

Kaum war die Party vorbei, wurden auch schon Stimmen laut, die eine Wiederholung forderten. Doch diesen Fehler sollte man nicht machen. Die Veranstaltung war einzigartig und sollte es auch bleiben. Eine Wiederholung dieses Ereignisses würde nicht mehr so viele Besucher anziehen, man würde sich daran gewöhnen und so würde diese Riesensause nur noch zur kleinen Kirmes verkommen - das hat sie einfach nicht verdient!